Tag der Frauenstimme 2015 - Die Workshops

20. Juni 2015 - Gelnhausen

 

012-Chorfestival-Rhein-11Die Workshops beginnen im 10:45 Uhr und enden um 13:00 Uhr.

Der genaue Veranstaltungsort der einzelnen Workshops wird am Veranstaltungstag beim gemeinsamen Warm-up bekanntgegeben.

Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- € pro Person.

 

Anmeldeschluss war der 31. Mai 2015. Aufgrund des begrenzten Platzangebots bitten wir Gruppen um eine frühzeitige Anmeldung.

 

 

Übersicht:

 

 

 

Die Workshops und Dozenten

 

Workshop I: Chor In Szene - oder: Wie inszeniere ich meinen Chor?

(Dozent: Lucius Launhardt)

 

In diesem Workshop werden Ihnen die Grundlagen für ein professionelles publikumswirksames Auftreten bei öffentlichen Veranstaltungen näher gebracht. Dafür fragen wir zuerst:

Für wen stehe ich auf der Bühne?

Was will ich damit erreichen?

Was brauche ich für einen guten Bühnenauftritt?

Mit gemeinsam ausgesuchten Musiktiteln werden wir einen fiktiven Bühnenauftritt planen und vorbereiten. Selbstverständlich werden wir dies mit pianistischer Unterstützung auch selbst umsetzen.

 

Lucius Launhardt

Lucius-LaunhardtNO VITA

Ist es nicht langweilig eine Vita zu lesen? Lassen Sie mich eine Geschichte erzählen:

Es war einmal eine Frau Launhardt, die hatte zwei Zwerge. Der jüngere nannte sich Lucius. Eine mehr oder weniger vollkommene Kindheit. Als er merkte, dass seine Welt zu klein war, wollte er in die richtige, große Welt. Dazu hatte er aber kein Geld. Also suchte er sich seine eigene Welt und das war die Bühne. Später, so um die 15 Jahre herum, hatte er eine Band, war Sänger in einer richtigen Band. Er war sehr viel jünger als der Rest der Bande und während die anderen nach den Auftritten auf eine Party gingen musste er immer mit dem Bus nach Hause fahren, denn offiziell durfte er gar nicht in den Clubs und Bars auftreten, er war einfach zu jung.

Mit 16 packte er seine Sachen und stürzte sich in das verführerische Musikerleben. Viele gute, schlechte, große und sehr kleine Bands später hatte er sich selbst Gitarre, Schlagzeug und ein wenig Klavier spielen beigebracht und seinen ersten Musikpreis gewonnen. Die Binding-Starchance brachte zumindest die ersten Studioaufnahmen und den ersten Schallplattenvertrag. Das war seine Welt. Komponieren und Texten, Studio, CD, raus auf die Bühne.

Sein erstes eigenes Projekt war ausgerechnet in Frankfurter Mundart, aber auch nur deshalb, weil er aufgrund seiner Aussprache in München oder Hamburg immer als „Frankfurter Schlüppche“ tituliert wurde. Die „Ebbels“ wurden schnell ein Markenzeichen und der Titel „Himalaya“ läuft bis heute noch im Rundfunk.

Irgendwann bekam er einen Computer in die Hände und merkte schnell was für ein großes Stück Freiheit er da in den Händen hatte, wie schnell man damit ganz andere Musik machen konnte. Er gründete drei kleine Schallplattenfirmen, produzierte und veröffentlichte Technomusik am laufenden Band und hatte damit immerhin drei europaweite Dance - Hits.

Aber, wie alles was man dauernd macht, wurde auch das langweilig. Er entdeckte in Cannes, wo er eigentlich nur wegen der Croissants war, eine holländische Boy-Band die ihm nicht wegen ihrer nicht vorhandenen Gesangskünste gefiel, sondern auf Grund der guten Performance, die Jungens konnten sich sehr gut verkaufen. Er nahm „Caught in the Act“ unter Vertrag, platzierte sie in die Sendung „Gute Zeiten - Schlechte Zeiten“ und „Boom“ waren die Jungs eine der erfolgreichsten Boy-Bands weltweit.

Ab diesem „Boing“ machte er genau das was er schon immer wollte: Konzepte für Künstler, Marketing für Künstler, Bühnenkonzepte für Künstler und für Alles was sich um den Künstler im weitesten Sinne dreht. Nach einer chaotischen, hektischen Zeit in eigener Firma in München, wo er so illusteren Spielfilmen wie „Das merkwürdige Verhalten Erwachsener zur Paarungszeit“ das musikalische I-Tüpfelchen verpasste, mit Mr. Schlager Ralph Siegel zusammen arbeitete und langsam dem bayrischen Lebensstil verfiel, war es Zeit wieder in die Heimat zu ziehen, langsamer zu werden, das zu machen was Spaß macht aber nicht so stresst.

So sitzt er jetzt hier, der Zwerg, freut sich seines Lebens, hilft hier und da, konzipiert Lustiges und Trauriges und bleibt sich treu.

Bühne ist die Welt im Kleinen, man muss es nur richtig darstellen und schon hast du es, das Publikum.

 

 

Workshop II: Klangvolle deutsche und skandinavische Musik für Frauenchor

(Dozentin: Bine Becker-Beck)

 

Dieser Workshop ist ausgebucht!

 

„Auf dem Weg zu unserer Kronprinzessin Victoria“

Die musikalische Reise startet in Bayern. Über Norddeutschland (Dat Du min Leevsten büst; Wormsbächer) geht es nach Dänemark (Teile aus "The Little Mermaid; Hoybye). Nach einem Abstecher nach Norwegen (gesungener Tanz, Eielsen) bis vors Stockholmer Schloß (Värmlandvisan, Hillerud/Sommarpsalm, Ahlén). Den Sommarpsalm hat bei der Hochzeit von Victoria, der zukünftigen Königin, Bo Johannson mit seinem Chor gesungen!

 

Bine Becker-Beck

Bine-Becker-BeckBine Becker-Beck studierte zunächst Musik und Geschichte an der pädagogischen Fakultät der RWTH Aachen. Chorleitungsstudien bei Wilhelm Schepping und Fritz ter Wey sowie Kurse bei Kurt Suttner, Andreas Göpfert, Frieder Bernius, Anders Eby und Hermann Max prägten sie.

Nach einer Tätigkeit als Dozentin für Chor- und Ensembleleitung an der Universität zu Köln arbeitet sie heute als Musikpädagogin an der Gesamtschule Rheydt-Mülfort.

Bine Becker-Beck gründete 1994 den Frauenchor Cant’Ella, mit dem sie an nationalen (Sieger Regensburg 1998) und internationalen Wettbewerben (Maasmechelen, Marktoberdorf, Cork) teilnahm.

Der Chor arbeitet eng mit Komponisten aus aller Welt zusammen, die für das Ensemble schreiben.

Neben Gastdirigaten (Carpe diem Limburg, Junger Chor Cantemus Emsdetten, Cantilena Überherrn) arbeitet Bine Becker-Beck als Workshop- und Kursleiterin und ist als Jurorin bei internationalen und nationalen Chorwettbewerben gefragt (dt. Chorwettbewerb 2006; 2010, 2014).

Sie ist stellevertretende Vorsitzende des amj (Arbeitskreis Musik in der Jugend).

 

 

Worksop III: Experimente im Frauenchor

(Dozentin: Katrin Ferenz)

 

Wir tauchen ein in Stimmausdruck, Dynamik des Frauenchores und kreatives Entwickeln.

Das Erstellen und Darstellen einer eigenen Workshop-Partitur ist Ziel der „Experimente im Frauenchor“.

Einfache Strukturen ermöglichen das Experimentieren mit der eigenen Stimme, mit dem Chorklang, mit Skalen, Motiv-Ideen und mit Rhythmus und Sprache. Daraus können verschiedenen Bausteine wachsen und zur Kom-Position (= Zusammen-Stellung) verflochten werden.

Schließlich wird die Partitur zum Klingen gebracht. Dabei werden die eigenen stimmlichen und gestalterischen Ausdrucksmöglichkeiten erlebbar, fließen ein ins Musizieren des Chores und werden dadurch bereichert.

Bringen Sie ein Wunschlied (im Kopf oder auf Papier, einstimmig oder mehrstimmig) mit, das Sie schon immer mal singen wollten und Offenheit und Neugier für stimmlichen Ausdruck.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Katrin Ferenz

Katrin-FerenzKatrin Ferenz kam in Passau zur Welt. Sie studierte gymnasiale Schulmusik und Dirigieren mit Schwerpunkt Chor, letzteres beendete sie mit dem Konzertdiplom in der Klasse von Jörg Straube. Daneben besuchte sie Kurse und Meisterkurse in Gesang, Alter und Neuer Musik und Performancekunst, u. a. bei Mike Svoboda, Eugene Rabine und Richard Wistreich.

Bereits während ihres Studiums wurde ihr an der Musikhochschule Würzburg ein Lehrauftrag für Chorleitung verliehen. Zudem bildet sie an der Berufsfachschule für Musik Nürnberg junge Chordirigentinnen und Chordirigenten aus und leitet dort Schulchor und Vokalensemble.

Katrin Ferenz ist gefragte Stimmbildnerin und Dozentin für Chor- und Ensemblearbeit. Sie erhält seit mehreren Jahren Einladungen u.a. vom Landesjugendchor Niedersachsen, von Konzert- und Oratorienchören, Sängerbünden und A-Cappella-Ensembles.

Katrin Ferenz dirigierte verschiedene Ensembles bei (Ur-)Aufführungen von Werken

zeitgenössischer Komponisten, u. a. von Maurizio Pisati, Marko Zdralek, H. Buwen. Mit dem „Kammerchor pro musica bremen“ führte sie drei Konzertprogramme auf. Im Jahr 2006 gründete sie das „Ensemble Barock Würzburg“. Auch als Sängerin tritt die vielseitige Musikerin auf, u. a. im auf Vokalmusik des 17. Jahrhunderts spezialisierten „Ensemble U 04“, dessen Mezzosopranistin sie seit Gründung ist.

Katrin Ferenz lebt in Würzburg.

 

 

Workshop IV: Frauenchor - populär

(Dozent: Jochen Stankewitz)

 

Jahrzehnte lang fristete die populäre Literatur für Frauenchor in Deutschland ein Schattendasein. Schlecht arrangierte Gospels oder Musicalhits sollten die Konzertprogramme „auflockern“. Im Zuge der Globalisierung hat sich hier glücklicherweise ein Wandel vollzogen. Mittlerweile existieren mannigfaltige auch deutsche Arrangements, die dem spezifischen Klang des Frauenchores Rechnung tragen. Der Workshop soll einen kleinen Einblick in die Literatur rund um Popsong, Gospel, Musical, eben der sogenannten populären Musik geben. Damit die Teilnehmerinnen die Chorsätze klanglich selbst gut nachvollziehen können, stellt sich der Frauenchor Da Capo aus Niederweisel als Studiochor zur Verfügung. Einzelne Titel werden mit ihm zusammen erarbeitet, andere konzertant vorgestellt.

 

Jochen Stankewitz

Jochen-StankewitzJochen Stankewitz (*1965) studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst/Frankfurt a.M. Musik für Lehramt. 1993 schloss er erfolgreich ein Studium als Instrumentalpädagoge an der Wiesbadener Musikakademie ab. Er leitet seit über 25 Jahren erfolgreich mehrere Chöre im mittelhessischen Raum (1. Preise beim Hessischen Chorfestival, 2. Preis beim Internationalen Harmoniefestival in Lindenholz-hausen, HR-TV-Aufzeichnung, Carmina Burana zum Hessentag 2012, Konzerte im Mittelhessischen Kultursommer, Kulturpreis der Stadt Butzbach). Seit 2005 ist er Mitglied im Bundesmusikausschuss des Hessischen Sängerbundes. Er engagierte sich außerdem 2008-2012 als Bundeschorleiter der Hessischen Chorjugend. Seit 2011 ist er Dozent an der Frankfurter Chorleiterschule. In 2012 wurde er mit der Choreinstudierung zur Weltpremiere der Oper „Der Kaiser“ von G.A. Schlemm beauftragt. Darüber hinaus ist er häufig gefragter Workshopleiter und Juror (Chor.com, Wetterauer Sommerakademie, Weilburger Klavierwettbewerb, Niedersächsischer Orchesterwettbewerb, Jugendkammerchor der Pfalz, Hessisches Jugendchorstudio, Internationaler Arbeitskreis für Musik, Landesmusikakademien in Schlitz und Hammelburg).

 

Der Frauenchor Da Capo besteht als einer von drei Chorformationen im GV Liederkranz Niederweisel seit dem Jahr 2002. Da Capo bedeutet in der Musik  nicht nur „Wiederholung“ und „noch einmal von vorne“, sondern auch frei übersetzt „Zugabe“. Da alle Frauen gerne singen, ist ihnen jede Wiederholung recht und über Zugaben freut sich so manches Publikum.

Der Chor besteht zurzeit aus ca. 30 Sängerinnen und singt salopp gesagt, alles was in die Kehle passt. Klassiker, Popsongs, Gospels und sakrale Musik, Madrigale, italienische Trinklieder oder zeitgenössische Chorliteratur – da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Seit 2008 wird der Chor sehr erfolgreich von Jochen Stankewitz dirigiert. Mehrere 1. Plätze bei Wettbewerben zeugen von der guten Zusammenarbeit. Neben Einladungen vom Hessischen Landtag und der Landesmusikakademie in Schlitz wirkte Da Capo bei der HR-Fernsehsendung „Chorfest der Weihnachtslieder“ mit. Eine eigene Konzertreihe „musica et vinum“ verbindet gute Chormusik mit kulinarischen Leckerbissen und wird als innovatives Konzertereignis in der Region wahrgenommen. Der Frauenchor Da Capo ist Träger des Kulturpreises der Stadt Butzbach.

 

 

Workshop V: Complete Vocal Technique – Stimmbildungsworkshop

(Dozentin: Alexandra Kumant)

 

Dieser Workshop ist ausgebucht!

 

Eine gesunde Stimme kann freier singen und voller klingen! Um die Stimmgesundheit geht es in diesem praktischen Workshop, der sich mit der Complete Vocal Technique aus Dänemark beschäftigt, einer Gesangstechnik, die sich durch ihre klar strukturierte, praktische und leicht verständliche Methodik auszeichnet und vor allem in skandinavischen Chören schon vielfach erfolgreich angewendet wird. Basierend auf der Erkenntnis, dass sämtliche Stimmklänge auf eine gesunde Art und Weise erzeugt werden können, bietet der Workshop einen praktischen Zugang zu Stütze, Klangfarben und – als Besonderheit- den vier Gangarten der Stimme, den so genannten „Modes“. Die vorgestellten Techniken werden dabei praktisch anhand von Übungen und kurzen Liedphrasen mit allen Teilnehmerinnen geübt und erprobt. Ziel ist es, mit Freude zu einem befreiten Stimmklang zu finden, der es ermöglicht, ohne Heiserkeit durch Chorproben und Konzerte zu kommen. Im Kurs herrscht eine wettbewerbsfreie Atmosphäre und Spaß ist garantiert!

 

Alexandra Kumant

Alexandra KumantAlexandra Kumant (geb. Ziegler) wuchs in Schweden auf, studierte Musikpädagogik, Pädagogik und Psychologie an der LMU München und beschäftigte sich schon in ihrer Abschlussarbeit mit dem Thema Singen mit Kindern. Auf diesem Gebiet ist sie eine gefragte Dozentin im deutschsprachigen Raum und bildet Erzieherinnen u.a. für den Deutschen Chorverband ("Die Carusos") aus. Ihr Anliegen ist es, die Musikerziehung in Krippe, Kindergarten und Grundschule fest zu verankern und vor allemPädagoginnen und Pädagogen aber auch allen Singenden zu einem entspannten und kompetenten Umgang mit ihrer Singstimme zu verhelfen. Alexandra Kumants Bücher "Felix Handbuch für Erzieherinnen" und "Felix Liederbuch" erhielten 2009 den Best Edition Preis. Im Herbst 2011 erschien ihr Buch "Wir fangen an" für die musikalische Arbeit in der Krippe, 2013 „Mein Musikmalblock“, ebenfalls bei Schott.16 Jahre lang leitete sie drei Pop- und Jazzchöre in München, bevor sie im Sommer 2012 nach Frankfurt am Main übersiedelte. 2008 schloss sie den Lehrgang Stufe B über Pop- und Jazzchorleitung an der Bundesakademie Wolfenbüttel erfolgreich ab. 2012 erhielt sie ihr Diplom als autorisierte Lehrerin für Complete Vocal Technique und Sängerin vom Complete Vocal Institute in Kopenhagen und arbeitet als Gesangslehrerin im eigenen Studio in Frankfurt sowie deutschlandweit als Workshopdozentin für Stimmbildung an mehreren Universitäten.