Chorgesang fest in Frauenhand

Tag der Frauenstimme im Sängerkreis Limburg

 

19 2 SK Limburg IMG 8274 webDas Sängerdorf Lindenholzhausen befand sich Anfang September fest in Frauenhand zum 4. Tag der Frauenstimme. In verschiedenen Workshops, aufgelockert durch Chorbeiträge, zeigte sich die Vielfalt der weiblichen Stimme.

 

 

„Der Frauenchor soll seinen schlechten Ruf verlieren“, so die Dozentin Ute Schäfer, „und ich möchte dazu beitragen.“ Dazu gehöre für sie, dass sich die Sängerinnen immer wieder hinterfragen und sich neue Impulse holen. Die studierte Gesangspädagogin gab erste Einblicke in die Stimm- und Gehörbildung. Ute Schäfer war nur eine der Dozentinnen. Die Gesangspädagogin Nadja Jamiro zeigte die beiden Techniken der funktionalen Stimmbildung sowie der Complete Vocal Technique auf. Statt reiner Theorievermittlung bezog sie die 90 Sängerinnen immer wieder mit ein und verschiedene Töne brachten das Gemeinschaftshaus zum Vibrieren. Als dritte Dozentin komplettierte die Gesangspädagogin Dorothee Laux das Workshopangebot. Direkt nach der Mittagspause sorgte sie mit ihrem Workshop „Gestik und Mimik – was singe ich überhaupt?“ für viele Lacher in den Reihen. Die Voice Girls der Harmonie Lindenholzhausen unter Leitung von Dorothee Laux sowie die neun „Klangzauber“- Sängerinnen der SV Harmonie Münster komplettierten das Programm zwischendurch mit ihrem Gesang.

 

Der krönende Abschluss des Tages war das Konzert des Frauenprojektchores des Sängerkreises Limburg. Unter der Leitung von Ernie Rhein und Uwe Henkhaus sowie der gesangspädagogischen Ausbildung durch Nadja Jamiro probten die Frauen seit dem Frühjahr einmal im Monat Chorliteratur aus dem Chorbuch „Reine Frauensache!“. In dieser Zeit sind die Sängerinnen nicht nur stimmlich zusammengewachsen, sondern hatten sehr viel Spaß und Freude. Während der Vormittag fest in Frauenhand war, war das Konzert öffentlich, es konnten Schirmherr Manfred Michel und die Unterstützer aus der Politik begrüßt werden. Andrea Brühl, ​2. Vorsitzende im SK Limburg sowie Frauenreferentin, trug die Idee des Projektchores drei Jahre mit sich herum. ​Für sie war es eine Herzensangelegenheit: „Als Frauenreferentin sehe ich es als meine Aufgabe, Sängerinnen eine Plattform anzubieten, in der sie sich weiterentwickeln, Neues kennenlernen, selbstbewusst und selbstverständlich in ihren Chören ihren „Mann" stehen können". Sie ist sich sicher, dass die Frauen das Erlernte in ihre eigenen Chöre mitnehmen werden, sodass diese wiederum davon profitieren. Und das Ergebnis konnte sich hören lassen. Die Sängerinnen präsentierten ein buntes Potpourri an Chorliteratur, nahmen die Zuhörer mit durch kirchliche Gesänge wie Alleluia und Ave Maria, schlugen ruhige, melancholische Töne mit In this Heart und Danny Boy an und brachten den Saal zum Toben mit I will survive und Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben. Die Intention, den Frauen eine Stimme zu geben, ist den Organisatoren gelungen.

 

Text und Foto: Heike Lachnit