Schlager! Schlager!

Ohrwürmer zum Zuhören und Mitsingen

Chorgemeinschaft EinKLANG Pilgerzell-Lütter (Kreis Fulda) geht neue Wege und singt mit ihren Gästen.

 

Einklang Pilgerzell Schlager Schlager 13 Rainer Griff webMit einem mulmigen Gefühl warteten die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft EinKLANG Pilgerzell-Lütter auf ihre Gäste. Bisher waren bei einem Liedernachmittag traditionell immer andere Chöre zu Besuch. Nun wollten sie ein Konzert allein gestalten: EinKLANG hatte sich dem Thema „Schlager-Schlager“ gewidmet und im Vorfeld mit „Schlager zum Mitsingen“ kräftig die Werbetrommel gerührt. Dennoch gab es reichlich Fragen: Kommen genug Gäste wegen uns? Haben wir ein Thema gewählt, das Interesse findet? Müssen wir unseren selbstgebackenen Kuchen allein essen?

 

Doch diese Sorgen waren unbegründet: Kurz nachdem die „Pforten“ des Bürgerhauses geöffnet wurden, waren alle Plätze schnell besetzt. Es mussten weitere Tische und Stühle aufgestellt werden, bevor das Konzert im überfüllten Bürgerhaus unter der Leitung von Susanne Behounek mit Hildegard Knefs Für mich soll’s rote Rosen regnen begann.

 

Unterstützung bekamen die Aktiven im Alter von 60–82 Jahren durch einige Stimmen des jüngeren Chores „Voice Control“, der ebenfalls zur Chorgemeinschaft EinKLANG gehört. Einige Sängerinnen kamen sogar stilecht in Mode aus der damaligen Zeit der 50er-, 60er-Jahre.Einfühlsam begleitet und unterstützt wurde der Chor während des Konzertes von Marina Gajda am Klavier.

 

Ulrike Wingenfeld moderierte gekonnt das Stück Im Café de la Paix in Paris an. Fast fühlten sich die Gäste wirklich wie in einem Pariser Café, denn just in diesem Moment fielen herbstliche Sonnenstrahlen durch das gläserne Dach auf die Zuhörer.

Natürlich durfte ein Stück von Udo Jürgens nicht fehlen. Lieder sind so unentbehrlich, sind ein Lächeln für die Welt, geben neuen Mut und tun deiner Seele gut.

Herta Vogler moderierte den Ohrwurm Spiel noch einmal für mich Habanero an. Spätestens bei Peter Alexanders Gassenhauer Ich zähle täglich meine Sorgen sangen viele Gäste mit.

Weiter entführten die Akteure die Zuhörer in die Welt der Filmmusik der 30er-Jahre: Ein Freund ein guter Freund; Liebling, mein Herz lässt dich grüßen; Es führt kein andrer Weg zur Seligkeit; Eine Nacht in Monte Carlo und zum Ende des Medleys Das gibts nur einmal aus dem Film „Der Kongress tanzt“.

Ein besonderes Highlight war der „Kriminaltango“, den die Eheleute Virginia und Gerrit ten Hoorn auf der Bühne elegant in stilechten Kostümen tanzten, während EinKLANG dazu sang.

Zum Abschluss wurde dann noch ein besonderes Kleidungsstück besungen. Auch hier sangen die Gäste begeistert beim Itsy-bitsy-teenie-weenie mit.

Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus.

 

Während einer ausgiebigen Kaffeepause konnten sich die Gäste noch alte Grammophone mit Platten und Radios aus der „alten Zeit“ ansehen. Eddy Dupeire aus Dirlos hatte seine Schätze aus dem Keller geholt und somit ein stimmiges Ambiente geschaffen.

Nach der Stärkung waren die Gäste gefordert. Frau Behounek begleitete fachmännisch mit ihrem Akkordeon noch weitere Schlager.

Wenn bei Capri, Sierra Madre del Sur, Rote Lippen soll man küssen, Schuld war nur der Bossa nova und einige mehr. Der ganze Saal hatte sichtlich Freude beim gemeinsamen Singen. Besonders aber war die ehrliche Freude zu beobachten bei den Gästen einer „Demenzgruppe“. Wie wahr sind die Worte von Mark Twain:

„Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut!“

Begeisterte Zuhörer und Mitsinger äußerten am Ende der Veranstaltung spontan den Wunsch: „So etwas müsste viel öfter angeboten werden!“ – Wir sind in Planung.

 

Text: Herta Vogler

Foto: Rainer Griff