Chorworkshop

Ein Dankeschön vom HSB an den Sängerkreis-Gießen

 

18 2 Chorworkshop Gießen webDer Sängerkreis Gießen hatte die Sängerinnen und Sänger seiner 40 Kreisvereine am Sonntag dem 6. November zu einem Chorworkshop nach Allendorf-Nordeck eingeladen.

 

Denn der hessische Sängerbund hat den Workshop inklusive Referent „Ernie Rhein“ dem Sängerkreis für seinen tüchtigen Einsatz beim hessischen Chorfest während der Landesgartenschau 2014 geschenkt. Ernie Rhein (Jhg. 1981), Mitglied des Bundesmusikausschusses im Hessischen Sängerbund und selbst Chorleiter von namhaften Chören in der Rhein-Main Region, verstand es ausgezeichnet, die 70 angereisten Sängerinnen und Sänger didaktisch, pädagogisch und musikalisch zu begeistern.

 

Nach kurzer Begrüßung und Erläuterung der Tagesabläufe, ging er sofort über ins körperliche „Warming up“, dem als dann heitere aber doch effektive Stimmlockerungsübungen folgten. Dass bereits hierbei der Funke zwischen Dozent und Chormannschaft übersprang, war insbesondere der sympathischen Art von Rhein zu verdanken. Denn für das „Drumherum“, Übungs- und Pausenraum, Klavier, Getränke und Verpflegung hatte der Gesangverein „Teutonia“ Nordeck mit seinem Vorsitzenden Klaus-Werner Schlotter das Bürgerhaus bestens hergerichtet. Die vielfältige Workshop-Literatur hatte Kreischorleiter Torsten Schön in Absprache mit Rhein organisiert. Unter der Überschrift „Keine Angst vor zeitgenössischer Chormusik“, konfrontierte Dozent Rhein die neugierige Sängerschaft in den ersten zweieinhalb Stunden. Dabei erläuterte er nachvollziehbar und verständlich die oft ungewohnten Klangpassagen und Rhythmen dieser Kompositionen, welche die Sängerschaft zum eigenen Erstaunen nach wenigen Minuten bereits zum Klingen brachte. Hierbei ging es um die Titel „Dinamate“ von Taio Cruz, „Immortal Bach“ eine Chorimprovisation von Knut Nystedt, „Ave-Maria“ von Jaakko Mäntryjärvi und den Gassenhauer „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ von Oliver Gies. Erstaunt über die eigenen Fähigkeiten, und hocherfreut zugleich, sich in dieser zeitgenössischen Musik zurechtzufinden ging es in die Mittagspause. Auch Dozent Rhein und Gastgeber Schön waren begeistert von der Bereitschaft der Sängerinnen und Sänger, was auch in den Gesprächen an den Mittagstischen durchgängiges Thema war.

 

Chorworkshop Gießen 2 webZum Auftakt des zweiten Teils rief Rhein alle Sängerinnen und Sänger nach vorn, welche in ihren heimischen Chören die Komposition „Ubi Caritas“ von Olga Gjeilo bereits gesungen haben und ließ dieses „Spontanensemble“ von Kreischorleiter Schön dirigieren. Er selbst spielte dabei den Juror, Ratgeber und Optimierer. Dass die Workshop Sängerschaft zu solch spontan Aktionen bis hin zu total gemischtem Stimmensingen im Großkreis bereit waren, drängte die Erkenntnis auf: „hier sind Sängerinnen und Sänger aus dem Kreis Gießen zusammengekommen, die unkompliziert, locker, offen und bereit sind, die Chormusik für Ihre Fans und sich selbst, noch besser zum Klingen zu bringen!“

 

Im Nachmittagsblock wurden dann Kompositionen gesungen, die bei den Konzertbesuchern den Wunsch nach Zugabe Rufen auslösen sollen. Hierzu zählten die gemischten Chorsätze: „Fionnghuala“ von Michael McGlyn, „MLK“ von Bob Chilcott, „The Parting Glass“ von Oliver Gies und „Wunder gescheh´n“ von Carsten Gerlitz. Beim reinen Frauenchorsatz „V The Jolku“, waren die Männer erstaunt, zu welch „zungenbrecherischen Leistungen“ ihre Sangesschwestern im Stande waren. Denn für die Männer hatte er den Ohrwurm „Whisper! Whisper!“ von Jay Althous ausgepackt, der in 2-3 Singstunden sitzt und aktuell in die zurzeit laufenden Konzertvorbereitungen der Advents- und Weihnachtszeit noch eingebaut werden kann.

 

Wenn es den Workshop Teilnehmern gelingt, das Erlebte, Gelernte und Erkannte, in ihre jeweiligen Heimatschöre inklusive deren Dirigenten zu transportieren, kann sich der Chorgesang im Sängerkreis Gießen auch weiter zukunftsträchtig entwickeln. Die aktive Tagesanwesenheit im Workshop von Klaus Kummer, dem Präsidenten des Hüttenberg-Schiffenberg-Sängerbundes, und dessen Gespräche mit der Sängerkreis Vorsitzenden Petra Diekel, weisen zudem auf eine positive und kooperative Zusammenarbeit der beiden Sängerbünde in unserer Region hin. Außerdem klingt das Singen „miteinander“ weit besser, als das frühere Singen „gegeneinander“ und macht obendrein mehr Spaß!

 

Text und Foto: Günther Dickel