Qualität an erster Stelle

Hochtaunuskreis und Sängerkreis Hochtaunus gründen Chorakademie

 

Chorakademie Hochtaunus cAndrea Herzig webEin hessen- und bundesweit einmaliges Projekt hat der Hochtaunuskreis gemeinsam mit dem Sängerkreis Hochtaunus an den Start gebracht. Zur Förderung des Chorgesangs im Kreis wurde jetzt eine Chorakademie gegründet. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs, und der erste Vorsitzende des Sängerkreises Hochtaunus, Claus-Peter Blaschke.

 

Zum Zweck der Chorakademie erläuterte Landrat Ulrich Krebs: „Mit der Chorakademie Hochtaunus wollen wir die Förderung des Chorgesangs im Hochtaunuskreis auf ein neues Fundament stellen, indem wir gezielt und unkompliziert Projekte fördern können.“

 

Insgesamt stellen der Hochtaunuskreis und der Sängerkreis jährlich 12.000 Euro für die Chorakademie zur Verfügung. Davon übernimmt der Hochtaunuskreis 10.000 Euro, der Sängerkreis beteiligt sich mit 2.000 Euro. Diese Gelder stehen für Projekte der Förderung, Weiterbildung und Qualifizierung des Chorgesangs zur Verfügung. Über die Vergabe der Mittel entscheidet ein Kuratorium, das aus dem Vorsitzenden des Sängerkreises, dem Landrat des Hochtaunuskreises, einem Vertreter der Isaak-von-Gerning-Stiftung, dem Kreischorleiter des Sängerkreises Hochtaunus, dem Chorleiter des Jugendchor Hochtaunus sowie zwei weiteren Fachleuten aus dem Bereich der Chormusik besteht.

 

„Die Mittel sollen streng nach qualitativen Kriterien verwendet werden“, erklärt Claus-Peter Blaschke, der Vorsitzende des Sängerkreises Hochtaunus und Präsident des Hessischen Sängerbundes. Weiter führt er aus: „Es geht darum, Projekte zu unterstützen, die sich durch hohe künstlerische Qualität, den räumlichen Bezug zum Hochtaunuskreis und nachhaltige Wirksamkeit auszeichnen.“ Einer ungezielten Verteilung von Fördermitteln „nach dem Gießkannenprinzip“ erteilte Blaschke eine Absage.

 

Mit der Gründung der Chorakademie setzt der Hochtaunuskreis konsequent seine Förderung des Chorgesangs fort. Diese begann 2003 mit der Gründung des Auswahlchores CanTaunus, dem sich die Einrichtung des Jugendchores Hochtaunus im Jahr 2011 anschloss.

 

Gerade der Jugendchor, der zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester Hochtaunus das musikalische Gesicht des Kreises bildet, soll von der Förderung durch die Chorakademie profitieren. „Jugendförderung ist die nachhaltigste Förderung“, sagte dazu Veronika Bauer, die Leiterin des Jugendchor Hochtaunus. Menschen, die in der Jugend positive Erlebnisse mit dem Chorgesang hatten, bleiben den Chören auch später verbunden. Außerdem nehmen die Jugendlichen Anregungen aus der Arbeitsphase des Jugendchores Hochtaunus mit in ihre Heimatchöre. So profitieren auch diese von der Arbeit des Jugendchores.

 

Noch hat sich das Kuratorium der Chorakademie Hochtaunus nicht getroffen. Entsprechend wurde bislang noch nicht darüber entschieden, welches die ersten Projekte der Akademie sein werden. Der Jugendchor Hochtaunus wird aber sicher als einer der ersten von der Förderung durch die Chorakademie profitieren. Eine Möglichkeit wäre hier, den jungen Sängerinnen und Sängern zusätzliche Workshops und Probenmöglichkeiten anzubieten. Bislang treffen sich die Mitglieder des Jugendchor Hochtaunus nur einmal im Jahr zu einer einwöchigen Arbeitsphase vor den Sommerferien.

 

In den vergangenen Jahren hat sich der Jugendchor Hochtaunus zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt, dass bundesweit Beachtung und auch in Hessen Nachahmer findet. Seine nächste Arbeitsphase veranstaltet der Chor Ende Juni 2017. Sie endet mit einem Konzert am 29. Juni im Haus der Begegnung in Königstein. Außerdem wird der Jugendchor Hochtaunus im September erstmals auf der Chormesse chor.com in Dortmund auftreten.

 

Text: Lutz Berger

Foto: Andrea Herzig