Ein wahres Fest der Chormusik

Chorforum Eintracht und Ars Antiqua begeistern beim siebten „Langenselbolder Chorfestival"

 

28 2 Langenselbold Chorfestival 2017 DSC04242 webDieses Konzert bot Gesang auf höchstem Niveau: Das Chorforum Eintracht veranstaltete Anfang Mai zum mittlerweile siebten Mal das „Langenselbolder Chorfestival". Als Gastchor war diesmal der Kinder- und Jugendchor „Ars Antiqua" aus Aschaffenburg unter der Leitung von Stefan Claas eigeladen worden.

 

„Musik kann man nicht machen. Man kann nur versuchen, die Bedingungen dafür zu schaffen, damit Musik entstehen kann.“ Mit diesen Worten begrüßte Christian Hintz, der stellvertretende Vorsitzende des Chorforums, die Gäste in der ausverkauften Klosterberghalle, unter denen sich auch der designierte Landrat Thorsten Stolz befand.

 

Bereits nach den ersten Stücken gab es lauten Beifall, ein Beleg dafür, dass es dem Chorforum von Beginn an gelungen war, die Bedingungen für einen festlichen Abend im Zeichen der Musik zu schaffen: Die Darbietung der Motette Geist der Wahrheit von Franz Schubert war eine eindrucksvolle Eröffnung des Konzertes.

 

Die nächsten musikalischen Höhepunkte ließen dann auch nicht lange auf sich warten: Das Gloria aus der D-Dur-Messe von Antonín Dvořák oder Die Beredsamkeit von Joseph Haydn verfehlten wie alle anderen Stücke auch ihre Wirkung auf das fachkundige Publikum nicht.

 

Mit einem beeindruckenden Mix aus geistlicher und weltlicher Musik aus vielen verschiedenen Ländern stellte das Chorforum unter der mitreißenden Leitung von Hubert-Thorwald Reuter seine musikalischen Fähigkeiten unter Beweis.

 

Monika Duderstadt am Klavier und ihre zwölf Jahre alte Tochter Leonie an der Tuba trugen mit ihrem vorzüglichen Spiel ebenfalls zum Niveau des Abends bei. Mit dem unterhaltsamen Il Carnevale di Venezia von Gioachino Rossini verabschiedeten sich die Selbolder Sängerinnen und Sänger vorerst von der Bühne – natürlich erst, nachdem sie den stehenden Ovationen des Publikums mit einer Zugabe, einem Afrika-Medley, nachgekommen waren.

 

Seit 2010 waren in jedem Jahr Chöre aus aller Welt zum Langenselbolder Chorfestival gekommen. So konnte das Chorforum unter anderem bereits Gäste aus Costa Rica, Sardinien, Tschechien und zuletzt das weltbekannte Vokalensemble „The King's Singers“ aus Großbritannien in der Gründaustadt begrüßen.

 

Auch wenn die diesjährigen musikalischen Gäste einen deutlich kürzeren Anreiseweg hatten, standen sie ihren Vorgängern in künstlerischer Hinsicht in keiner Weise nach. Chorleiter Stefan Claas sprach auch über seine Arbeit mit jungen Sängern. Als ein Zuhörer nach dem Unterschied der Proben mit Kindern und Erwachsenen fragte, sagte der Dirigent: „Ob Sie es glauben oder nicht, es gibt keinen. Man muss mit Kindern mit derselben Ernsthaftigkeit und Genauigkeit proben wie mit Erwachsenen. Der größte Fehler, den man machen kann, ist, Kinder kindisch zu behandeln.“ Für diese Aussage erntete der Chorpädagoge langen und zustimmenden Applaus.

 

Den bekamen auch die Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren für ihre musikalische Präsentation. Zuerst meisterten die Kinder anspruchsvolle Werke wie Der Jäger längs dem Weiher ging von Roland Assion oder das achtstimmige The Maiden And The Sea von Kurt Bikkembergs, das Pflichtstück für den deutschen Chorwettbewerb 2018 in Freiburg. Nach der Pause stand dann der Jugendchor auf der Bühne der Klosterberghalle. Die jungen Sänger brillierten mit so unterschiedlichen Stücken wie Zigeunerleben von Robert Schumann und Leonard Cohens Hallelujah. Ihr ganzes Potenzial zeigte der Kinder- und die Jugendchor, als alle gemeinsam den bis zu fünfstimmigen Choral Ubi caritas et amor von Ola Gjeilo und die Hymne A Clare Benediction von John Rutter anstimmten.

 

Zum großen Finale des Abends standen Ars Antiqua und das Chorforum Eintracht gemeinsame auf der Bühne und begeisterten mit einer beeindruckenden Darbietung von Un poquito cantas von Franz Maria Herzog. Der tosende Applaus war Beweis genug, dass auch das siebte Chorfestival ein voller Erfolg war.

 

Michael Hintz

Foto: Willi Püster