We are Family - Miteinander in Frankfurt

Frankfurter Chöre singen für Flüchtlinge

 

SK Frankfurt Benefiz c Andreas Neeb Konzert2Unter diesem Motto veranstaltete der Sängerkreis Frankfurt unter Vorsitz von Peter Wimmers am 21.5.2017 ein Benefizkonzert, dessen Erlös zwei Musik-Projekten mit Geflüchteten zugute kam: "For all people - make music, make friends" (Musikhochschule Frankfurt) und „Instrumentalunterricht für Flüchtlingskinder" (Musikschule Frankfurt)

 

Zu den teilnehmenden Chören aus dem Sängerkreis (Germania Preungesheim, Barbershop-Chor Aftershave, DonnaCappella, Die Mainsirenen, Maingroove und Die Dissonanten Tanten) gesellte sich passend zum Thema noch ein "Familien"-Projektchor: Alle Chöre gestalteten miteinander ein Konzert auf hohem Niveau.

Im Vorfeld hatten sich für den Projektchor sieben Familien angemeldet, um in vier Proben ein kleines Repertoire zu erarbeiten und dieses dann beim Konzert aufzuführen. Der Ideengeber für diesen Familienchor - Jugendreferent Andreas Neeb - übernahm Organisation, Werbung und Pressearbeit, mir wurden Konzept und Leitung des Projektchors übertragen.

 

In den Proben traf ich auf eine motivierte singbegeisterte "Chor-Großfamilie", bestehend aus elf Kindern (7-13 Jahre) und dreizehn Erwachsenen (Großtante, Omas, Väter und Mütter).

Das anfängliche Fremdeln wich im Verlauf der vier Wochen einem fröhlichen und respektvollen Miteinander: Durch personalisierte Einsing-Übungen und Kommunikation stiftende "warm ups" kamen sich die TeilnehmerInnen spielerisch musikalisch und menschlich näher. Koordinationsübungen, Bewegungsspiele und Bodypercussion brachten Stimmung in die Gruppe und lockerten die -teilweise auch anstrengende -Einstudierung der Songs auf.

Alle TeilnehmerInnen stellten sich mit Spaß ihren Aufgaben - unter anderem, das gesamte Repertoire beim Konzert auswendig zu singen! Auch die Kinder arbeiteten sehr konzentriert mit: Außer, dass sie auch für unkonventionelle und "ver-rückte" Aktionen zu begeistern waren, entwickelten sie sich zu einem kleinen, klanglich homogenen Kinderchor.

Bei der Auswahl des musikalischen Materials entschied ich mich schließlich für drei Eigenkompositionen und drei Arrangements (s. u.), nachdem ich diese von Woche zu Woche ständig neu angepasst hatte, um den richtigen Schwierigkeitsgrad für die alters- und leistungsheterogene Gruppe zu treffen.

 

Im Konzert stellten sich zunächst die einzelnen Familien musikalisch vor, und zwar mit rhythmischen Patterns (aus ihren Zunamen) sowie einer "Familienkakophonie" (Corporate Identity). Es folgte ein Stück Kinderwelt (Kinderzimmerblues), in dem die Kinder die Hauptmelodie hatten und die Erwachsenen Einwürfe und Breaks beisteuerten. Wie Erwachsene und Kinder gemeinsam ihre Freizeit in Park und Strandbad verbringen können, erklang in zwei- bis dreistimmigen Sätzen (Park! Park! und Pack die Badehose ein von Gerhard Froboess). Das Finale schließlich bestand aus zwei zweistimmigen Refrains (You raise me up von Rolf Lovland/Brendan Graham und Wir leben den Moment von Christina Stürmer) als Symbol für gegenseitige Bewunderung, Respekt und Lebensfreude.

Am Klavier begleitet wurde der Familienchor durch Kreischorleiter Oliver Seiler.

Der Funke zum Publikum war von Anfang an übergesprungen, der Familienchor strahlte "gelebte Freude" aus, vor allem auch die Kinder - vielleicht, weil sie sich in ihren Familien geborgen fühlten?

Die Publikumsreaktionen waren durchweg positiv, zum Teil sehr emotional und reichten von Bewunderung, Respekt und Erstaunen bis hin zu "Tränen gerührt"...

 

Reaktionen von TeilnehmerInnen (O-Töne):

Faszinierend, wie viel man mit nur vier Proben aus einem so "bunten Haufen" herausholen kann (Christina Blümm)

 

Ich hatte mir schon immer gewünscht, mit meiner Familie zusammen in einem Chor zu singen. Dass wir das dann so kreativ - mit extra für uns komponierten Stücken - tun konnten, macht die Sache wirklich einzigartig. (Susanne Koritensky)

 

Wir drei singen alle gerne in unseren jeweiligen Chören (Kinder-, Männer- und Frauenchor), aber gemeinsam in einem Familien-Projektchor miteinander zu proben, zu singen und auf der Bühne zu stehen, war noch einmal etwas ganz Besonderes...Wiederholung erwünscht! (Christian und Sabine Piehler mit Sohn Constantin)

 

Das war eine großartige Mischung aus Bewegung, Rhythmus und Chorsingen. Und das in einer Großfamilie! (Michael Koritensky)

 

Gerne würde ich so was wieder mitmachen, habe jetzt Lust zu singen bekommen. (Inge Gehrig)

 

Wir hatten vor allem Spaß! Anfänglich große Neugierde, ein wenig Respekt vor der Aufgabe auch. Aber mit unseren Kindern zusammen Zeit zu verbringen, zu sehen, wie sie das gemeistert haben, außerdem sehr nette Menschen kennen zu lernen und mit ihnen gemeinsam zu singen - das war eine ziemlich bereichernde Erfahrung. (Nele Conzen und Familie)

 

Text: Viola Engelbrecht (Mitglied im Musikausschuss des Sängerkreis Frankfurt)

Foto: Andreas Neeb