SWENSK TON „Zwischen Himmel & Erde“

 

Swensk Ton IMG 5883 kleinUnter diesem Motto tourte der Frankfurter A-Cappella-Chor Swensk Ton in der ersten Juliwoche 2017 durch Mecklenburg-Vorpommern. In eine Region, wo das Land flach und der Himmel weit ist. Wo die alte Vorstellung von der Erde als Scheibe mit dem gewölbten Himmel darüber noch denkbar erscheint. Swensk Ton brachte mit seinen Auftritten skandinavisches Flair in diese Landschaft, die mit ihren zahlreichen Seen und dem vielen Grün sehr an Südschweden erinnert.

 

Bereits im Juli 2009 war Swensk Ton in Mecklenburg-Vorpommern zu Gast, damals an fünf Auftrittsorten an der Ostsee unter dem Motto „Midsommar und Meer“. Der große Erfolg dieser Konzerte bewog uns zu einer weiteren Reise in diese schöne Gegend, diesmal an die Mecklenburgische Seenplatte.

 

In nahezu voller Besetzung gastierte unser achtstimmiger Chor an vier Auftrittsorten mit wunderbaren Kirchen. Höhepunkt war das Abschlusskonzert am 8. Juli 2017 im Dom zu Schwerin. Zuvor fanden Konzerte im Dom zu Güstrow, im Bad Doberaner Münster und in der St. Georgen-Kirche in Waren statt. Wir hatten den Vorteil, im Rahmen von Konzertreihen auftreten zu können, was uns ein gewisses Stammpublikum garantierte.

 

Getreu dem Motto der Chorreise bewegten sich unsere Gesangsstücke „zwischen Himmel und Erde“. In Stars, einer Komposition von Ēriks Ešenvalds, feierten wir den Sternenhimmel als „dome of heaven“, indem wir zusätzlich zu unseren Stimmen Gläser zum Klingen brachten. Vom Zauber des Sternenhimmels handelt auch Walt Whitmans Gedicht The Astronomer, von unserem Chorleiter Nils Kjellström kongenial vertont: Genervt von all den Zahlen und Formeln, verlässt der angehende Astronom fluchtartig den Hörsaal, um draußen in der Stille der Nacht die wahren Sterne zu bewundern.

 

Natürlich blieb auch die Sonne nicht unerwähnt: In dem japanischen Sakura lässt sie die Kirschbäume erblühen. In der schwedischen Volksweise Limu limu lima wird sie herbeigesehnt, um die Menschen zu erfreuen und das Getreide zum Wachsen zu bringen.

 

In unseren geistlichen Stücken – der Vaterunser-Vertonung von Pierre Villette, Notre Père d’Aix, dem russischen Spaseniye sodelal oder dem doppelchörigen Ave Maria von Biebl – erscheint der Himmel als Sehnsuchtsort, der die Menschen von der Erdenschwere erlöst.

 

Nicht zuletzt gehört zum Thema „Himmel und Erde“ auch der Tod: In dem englischen Madrigal Lay A Garland von Robert Pearsall wird eine Geliebte zu Grabe getragen, in dem Männerstück The Long Day Closes von Arthur Sullivan ist es ein betagter Sangesbruder.

 

Die Erinnerungen an wunderbare Auftritte, an gesangliche Höhenflüge, an die begeisterte Resonanz des Publikums werden noch lange in uns nachhallen. Es gab Standing Ovations ebenso wie Tränen der Rührung und zahlreiche anerkennende Kommentare: „unbeschreiblich schöner Klang“, „nie zuvor gehörte sphärische Kompositionen“. Eine alte Dame drückte unserem Chorleiter beide Hände und sagte gerührt: „Diesen Abend werde ich nie vergessen.“ Und ein Chorleiter aus dem Publikum meinte zu Nils: „Man spürt, dass ihr nicht nebeneinander singt, sondern miteinander.“

 

Text: Rita Hummel

Foto: Sven Dummer