weird voices bei Christian Dörings „mir is ganz annersdä“

Wir dachten ja schon immer, dass wir acht irgendwie der wahren Wortbedeutung folgend „bemerkenswert merk-würdig“ – also im besten Sinne „weird“ sind.

 

Aber Christian Döring setzte in seinem im Rahmen des Hessentags von der Kreissparkasse Groß-Gerau präsentierten Kabarettprogramm „mir is ganz annersdä“ dann doch nochmal ganz neue Maßstäbe für „bemerkenswert merk-würdig“. Der insofern „weird Kabarettist“ führte in äußerst kurzweiligen zwei Stunden den durchaus faktenbasierten und überzeugenden Nachweis (inwieweit er auch lückenlos war, kann vermutlich niemand der 120 Gäste genau einschätzen, denn jeder wird einen nennenswerten Teil der Argumentationskette verpasst haben – beim Lachen ist schwer Zuhören), dass was hier in der Region ohnehin schon alle fühlen, auch stimmt: Rüsselsheim ist einer, wenn nicht der Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschichte und des Weltgeschehens.

 

Und das auch in musikalischer Hinsicht – denn Christian Döring hatte Gäste: Der Pianist und Sänger Pascal Meyer-Ponstein präsentierte zum ersten Mal auf der Bühne einige „bemerkenswert merk-würdige“ Eigenkompositionen im Stile eines echten „weird Singer-Songwriters“. Auch wenn wir in Anbetracht des Programms gern einfach sitzen geblieben wären und zugehört hätten, war es uns eine Ehre, ihn dabei im Background bei zwei Stücken zu unterstützen und auch ein a-cappella Arrangement von ihm darzubieten. Und wo wir dann schon mal auf der Bühne waren, nutzten wir die uns gegebene Chance natürlich und sangen gleich noch ein paar kleine weitere a-cappella Stücke, die den Reaktionen des Publikums im gemütlichen Veranstaltungssaal nach zumindest auch ansatzweise unseren Namen „weird voices“ begründen konnten.

 

Einen würdigen „bemerkenswert merk-würdigen“ Ausklang fand der Abend schließlich im urigen Hof des Hotels Höll am Main, unseres Gastgebers, beim obligatorischen gemeinsamen Afterglow. Die fröhliche Stimmung in Verbindung mit dem vorzüglichen und reichlichen Wein ermöglichten uns, den Namen des Programms nochmal ganz anders zu erleben: „uns wurd ganz annersdä“!

 

Ingo Wehner