Sängervereinigung Sängerkranz Polyhymnia Nieder-Roden

Rossinis „Petite Messe solennelle“ – das Jubiläumskonzert mit zwei Kulturpreisträgern der Stadt Rodgau

 

23 2 Polyhymnia Nieder Roden webIn einer Zeit, in der wir täglich mit Informationen, Bildern und Tönen überflutet werden, in der jede Form von Musik jederzeit und überall verfügbar ist, will sich die Polyhymnia nicht nur mit der Rolle der passiven Konsumenten zufriedengeben. Die Polyhymnia macht Kultur. Aus dem lokalverwurzelten Traditionsverein ist eine ambitionierte Chorvereinigung geworden. Die Sängervereinigung ist Kulturpreisträger der Stadt Rodgau und bietet ihrem Publikum immer wieder Neues auf stimmtechnisch hohem Niveau.

 

Bei allen Großprojekten sind immer alle drei Chöre zu einem eindrucksvollen Klangkörper verbunden. Gottfried Kärner hat ein Gespür für die Stimmen, die Musikalität und das Rhythmusgefühl in den drei unterschiedlichen Chören. 2017 – 145 Jahre Chorgesang aus Freude.

 

Das Jubiläumskonzert im November war ein weiterer Beweis dafür. Zwei ausverkaufte Konzerte und einen wundervollen Gesang erlebte das Publikum in der Aula der Georg-Büchner-Schule in Rodgau. Die Sängervereinigung Sängerkranz Polyhymnia führte Rossinis Petite Messe solennelle auf und stellte damit einmal mehr ihre gesanglichen Qualitäten unter Beweis. Hiermit verlieh die Polyhymnia der Stadt Rodgau mit ihrem Jubiläumskonzert erneut ein kulturelles Glanzlicht. Nach den erfolgreichen Chorprojekten der letzten Jahre, wie beispielsweise Elias, Tanz der Vampire oder Carmina Burana, führte die Sängervereinigung ihre Reihe der hohen gesanglichen Kulturpräsentationen fort. Dirigent Gottfried Kärner setzte die Petite Messe solennelle von Gioachino Rossini auf sein Programm.

 

Der große Gesamtchor mit professionellen Musikern – ein Konzept, das auch in der Vergangenheit schon Erfolge feierte. Das Publikum dankte mit minutenlangem Applaus. Von den Plätzen hatten sich die Zuhörer erhoben und machten ihren positiven Emotionen Luft ob der wundervollen Darbietungen.

 

Gottfried Kärner steht im 50. Schaffensjahr seiner Dirigententätigkeit. Ein großes Werk der Weltliteratur griffen sich die Sängerinnen und Sänger heraus, professionell begleitet von dem Solistenensemble Björn Bürger, dessen Karriere in Rodgau begann (Kulturförderpreisträger des Jahres 2003) und der sich inzwischen internationaler Popularität erfreut, seiner Ehefrau Esther Dierkes (Sopran), der Heidelbergerin Lena Sutor-Wernich (Alt) und Marco Antonio Rivera aus Mexiko-City (Tenor). Das Solisten-Quartett dominierte den linken Teil der Bühne und schenkte dem Publikum faszinierende Soli sowie Duette, Terzette und Quartette. Ingo Riether, Fritz Walther und Johannes Kraiß (Piano und Harmonium) bildeten die musikalisch-professionelle Begleitung der Polyhymnia-Chöre, ebenfalls städtischer Kulturpreisträger.

 

Die Petite Messe solennelle ist ein Spätwerk Rossinis. Er komponierte sie im Alter von 71 Jahren als Auftragswerk. Die Komposition wurde nicht für Orchesterbegleitung geschrieben. Die heutzutage ungewöhnlich anmutende Instrumentierung mit zwei Klavieren und Harmonium der Originalfassung findet sich durchaus in den französischen Traditionen des 18. Jahrhunderts wider.

 

Text: Regina Koser

Foto: Polyhymnia Nieder Roden